
Am 16.07. demonstrieren wir gegen die Sparzwänge im Bildungssystem!
Worum geht’s?
Seit Jahren ist die Universität nicht auskömmlich finanziert und zusätzlich auch von sogenannten „Minderausgaben“ des Landes betroffen. Darüber hinaus wird sie gesetzlich zu immer neuen Aufgaben in verschiedenen Bereichen wie Nachhaltigkeit, Gleichstellung, Antidiskrimminierung, Krisen- und Notfallmanagement, Digitalisierung usw. verpflichtet. Diese Aufgaben sind zwar sehr sinnvoll, jedoch fehlt ihnen die entsprechende Gegenfinanzierung vom Gesetzgeber, wodurch nicht nur Mehrkosten entstehen, sondern auch unweigerlich ihre Umsetzbarkeit leidet.
Durch diese unzureichende Finanzierung und die immer weiter steigenden gesetzlichen Ansprüche müssen die Universität und Hochschulen seit Jahren auf Rücklagen zurückgreifen. In den letzten Jahren hat sich die Situation zusätzlich durch die Preissteigerungen und Inflations dramatisch verschärft. Für die Universität Greifswald entstand daher dieses Jahr – erneut – ein Haushaltsdefizit von mehreren Millionen Euro, was auch für uns mittelfristig nicht mehr tragbar ist. Daher entschloss sich unsere Universität für einen Konsolidierungsprozess, der unweigerlich harte Auswirkungen auf die Qualität von Lehre und Forschung haben wird. So werden unter anderem Einschreibestopps in Studiengänge, Vakanzhaltung von Stellen, oder auch eine erneute Erhöhung des Semesterbeitrages diskutiert.
Die Konsequenzen für uns Studierende liegen klar auf der Hand: steigende Kosten für eine schlechtere Ausbildung. Denn wer soll unsere Lehre halten, wenn die Stelle nicht besetzt ist? Vielleicht eine überanstrengte Lehrkraft, die gleich für zwei arbeiten soll? Wie finanzieren sich unsere Labore? Wie soll sich der Studienstandort Greifswald ohne Mittel weiterentwickeln? Zwar versucht die Universität die negativen Konsequenzen des Konsolidierungsprozesses zu minimieren, was wir unter anderem in dem Versprechen sehen, dass kein*e Angestellte*r gekündigt werden soll und, dass Doktorierende ihre Promotionsvorhaben zu Ende führen können, aber Sparmaßnahmen in einer Höhe von 7 Millionen Euro gehen nicht spurlos an einer Institution vorbei.
Unsere Anklage gilt entsprechend nicht unserer Universität, die auch nur ein Opfer der Sparzwänge ist. Viel mehr sehen wir die Verantwortung beim Land MV, das seit 2023, ein Jahr nach den letzten Bildungsdemonstrationen(!), mit Minderausgaben im Bildungssektor plant, aber auch bei der Bundesregierung. Trotz Sondervermögen und Milliardenkrediten fehlt es an Geld für Schulen, Unis und andere öffentliche Einrichtungen.
Gemeinsam wollen wir unsere Forderungen nach einer Ausfinanzierung des Bildungswesens am 16.07. auf die Straße bringen! Unsere Demonstration wird um 12:00 Uhr am Berthold-Beitz-Platz beginnen und von dort aus mit einer Kundgebung am Rubenowplatz enden. Seid dabei, wenn wir für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Universität einstehen!

1. Sofortiger Stopp der Kürzungswelle an den Hochschulen
- Verlässliche, auskömmliche Grundfinanzierung statt Sparhaushalte auf Kosten von Studium und Wissenschaft
- Kleine Studiengänge erhalten - Vielfalt verbindet!
- Volle Ausfinanzierung der Personalhaushalte an den Hochschulen
- Keine globalen Minderausgaben auf dem Rücken der Bildung!
- Deckung des Finanzierungsdefizits von rund 1 Milliarde Euro im Hochschulbereich!
2. Investitionen statt Sanierungsstau
- Garantie gegen Baustopp - bestehende und geplante Bau- und Sanierungsmaßnahmen müssen lückenlos fortgesetzt werden
- Ausreichende Personalausstattung – keine weiteren Institutsschließungen oder Stellenstreichungen
3. Bezahlbares Studieren und Leben
- Ausreichende Finanzierung der Studierendenwerke, damit Mensa und Wohnheim bezahlbar bleiben
- Ausbau von bezahlbarem studentischem Wohnraum
- Ein grundlegend reformiertes, elternunabhängiges und armutsfest ausgestaltetes BAföG, inkl. realitätsnaher Wohnkostenpauschale
- Keine steigende Semestergebühren