Antrag „Soziales Engagement“

Antragsteller*innen

Hannes Jahnel

Antragstext

Die Vollversammlung der Studierendenschaft möge beschließen:

Die Studierendenschaft fordert den AStA Greifswald dazu auf, im Interesse der Studierendenschaft einen Rahmen zu schaffen, der es ermöglicht, sich außerhalb des typischen Hochschulkontextes sozial zu engagieren. Fokus dabei soll eine bessere Vernetzung mit bereits bestehenden Projekten, sowie die Etablierung neuer Projekte und Initiativen in Schönwalde I, Schönwalde II und der Südstadt sein. 

Begründung

Wir erleben in Greifswald eine starke soziale Teilung zwischen Schönwalde und dem Rest der Stadt. Während Menschen, die in der Innenstadt wohnen, durchschnittlich einen hohen sozioökonomischen Status aufweisen können, sind Kinderarmut und Arbeitslosigkeit in den Stadtteilen Schönwalde I und Schönwalde II sehr häufig.

Gleichzeitig kommt es kaum zu sozialen Austauschprozessen. Es ist keine Seltenheit, dass Kinder aus Schönwalde den Marktplatz nicht verorten können; weil er für sie nicht von Relevanz ist. Es ist keine Seltenheit, dass Personen aus der Innenstadt nie nach Schönwalde kommen, solange sie dort keine Erledigungen tätigen müssen

Als Resultat sind durch die fehlende soziale Fluktuation und den stark getrennten sozioökonomischen Status zwei sich parallel entwickelnde Gesellschaften in Greifswald entstanden. Dies erhöht die Entfernung zwischen sozioökonomisch besser und schlechter situierten Menschen,

Dem müssen wir entgegenwirken.

Wir, als Studierende, sind dabei in der besonderen Rolle, über mehr Kapazitäten für ehrenamtliche Tätigkeiten zu verfügen und zugleich akademische Spezialisierungen zu erwerben, deren Inhalte wir mit unseren Mitmenschen teilen können und im Sinne der third mission von Universitäten auch teilen müssen (Hachmeier, Cort-Dennis, Roessler, Scholz & Möllenkamp, 2016, S. 70).

Beispielhaft gibt es ehrenamtliche Hochschulgruppen, die an Grundschulen aus Büchern vorlesen, aber auch Projekte zur musikalischen oder naturwissenschaftlichen Förderungen wären denkbar, sowie Initiativen zur sozialen Inklusion. Dabei ist es außerdem möglich, sich mit Auszubildenden der Region zu vernetzen, um möglichst viele Perspektiven und Ressourcen nutzen zu können.

Den Antragstellenden ist es hierbei wichtig zu betonen, dass wir nicht vorschreiben wollen, wie dieser Antrag umzusetzen ist. Vielmehr wird dazu angeregt, über die Studierendenschaft hinaus die Entwicklung der Region zu fördern und unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, 

 

Quelle: 

Hachmeister, Cort-Denis; Roessler, Isabel; Scholz, Christina; Möllenkamp, Moritz: Katalog von Facetten von und Indikatoren für Forschung und Third Mission an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Gütersloh, 2016