Antrag: Unisex-Toiletten in allen Universitätsgebäuden

Antragsteller*innen: Em Steiger, unterstützt durch die Gender Trouble AG

Antrag: Hiermit beantrage ich die Bereitstellung von öffentlichen Unisex-Toiletten in allen Gebäuden der Universität, die allen Menschen - unabhängig des Geschlechts - frei zugänglich sind. Dies soll sowohl in Campusgebäuden mit Hörsälen/Praktikumsräumen, den Bibliotheken sowie den Mensen, als auch in allen von universitären Instituten genutzten Gebäuden umgesetzt werden. Dabei muss keine bauliche Umgestaltung stattfinden, auch die Freigabe von bereits vorhandenen Toiletten durch Änderung/Entfernung des binären Toilettenschilds stellt eine gute Lösung dar. In jedem Gebäude sollte mindestens eine Unisex-Toilette vorhanden sein, mehr wären wünschenswert. Bei zukünftige Neubauten sollten geschlechtsneutrale Toiletten in das Baukonzept von vornherein mit eingeplant werden.

Begründung des Antrags: Die Bereitstellung von genderneutralen Toiletten stellt einen wichtigen Schritt zur Gleichberechtigung Personen aller Geschlechter dar. Unisex-Toiletten können von allen Personen, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit, besucht werden.

Vor allem nichtbinäre, inter* und trans* Menschen haben in vielen universitären Gebäuden keine Möglichkeit, sicher und ohne Zweifel oder Angst vor Diskriminierung die Toilette zu benutzen. Die Trennung in Herren- und Damentoiletten führt zu einem Outingzwang, der vielen Personen Unbehagen bereitet, und zwingt Personen mit nicht eindeutiger Geschlechtseinordnung zu einer ungewollten Zuordnung zum "falschen" Geschlecht. Zudem stellen binäre Toiletten nachweislich einen Angriffsraum mit erhöhtem Diskriminierungs- und Gewaltpotential gegenüber trans* Menschen dar.

Da unsere Universität für Diversität und Gleichberechtigung steht, sollte die Schaffung sicherer Toilettenräume für ALLE Menschen einen hohen Stellenwert beim Bekämpfen diskriminierender Alltagsbarrieren haben.

Die (teilweise) Aufhebung des binären Toilettensystems soll eine Alternative bieten, die zahlreichen Menschen den Gang ins Bad erleichtern und einen Safe Space für jede*n ermöglichen würde.

Dass die Umsetzung sowohl einfach funktioniert als auch gut angenommen wird, zeigt sich bereits an einigen Instituten (z. B. Kunst, Zoologie), in denen ein Unisex-Toilettensystem bereits vorhanden ist.

Durch die Änderung der Kennzeichnung bereits bestehender Toilettenräume ist eine genderneutrale und menschenfreundliche Umgestaltung ohne höheren (finanziellen) Aufwand gut möglich und einfach zu realisieren. So kann leicht gewährleistet werden, dass eine Vielzahl von Personen endlich ohne Angst und Dysphorie eine Toilette benutzen kann - als bedenkenlose Alltagshandlung, wie es eigentlich sein sollte.